Samstag, 7. März 2009

Tag 16 - 01.03.

Noch ein Ausflug! Diesmal erfolgreicher, aber nicht weniger wettertypisch für Welly.

Unsere (mittlerweile Ex-)Mitbewohnerin, die gerne wandert, nahm uns mit auf und über den Mt. Victoria, an dessen Fuß wir leben. Das war anstrengend, aber wir wurden zuerst mit einem tüchtigen Frühstück in dem kleinen Vorort Hataitai und später mit einem beeindruckenden Blick über Wellinton und die Bucht belohnt.
Auf der Aussichtsplattform hat es uns allerdings fast weggeweht. Ungelogen: So einen Wind habe ich noch nicht erlebt. Noch nie. Auf der Skala da unten war es 6 wenn nicht 7. Ehrlich wahr! (Daher auch der leicht unentspannte Gesichtsausdruck.)

Abends waren wir im Kino. Nicht in irgendeinem, sondern in dem Kino, in welchem Herr der Ringe 3 seine Premiere hatte. Es heißt Embassy Theatre, aber ich glaube, eine Embassy war nie drin. Es ist sehr prächtig und schön, so wie eine Opernhaus. Der Film, den wir gesehen haben, war "Slumdog Millionaire" und er ist sehr sehenswert! Die ersten 10 Minuten dachte ich, ich geh wieder, aber den Rest der Zeit waren wir beide absout gefesselt. Naja und das Ende (nach dem eigentlichen Ende) ist unschlagbar...


Nochmal zu der Farbpracht hier:
Und den Größenverhältnissen, hier Maltes Fuß:
Monica und Malte:





Die obligatorische Maorischnitzerei:
Warnung am Fuß der Treppe zur Aussichtsplattform:

Tag 14 - 27.02.

Ein Auflug! Juhu! Mit dem Beach Bus zu einem der schönsten Strände Wellingtons. Strahlende Sonne! Wenn das mal nicht spaßig wird...

... es wurde nicht spaßig. Zumindest nicht sehr. Dies ist eine geeignete Stelle um sich über die Wetterverhältnisse hier auszulassen. Wechselhaft. Windig. Wechselhaft. Dass morgens die Sonne lacht und man sich kaum dünn genug anziehen kann, heißt nicht, dass es 2 Stunden später nicht kalt, windig und wolkig sein kann. Und da lacht dann keiner mehr, hatten wir doch in unserer Einfältigkeit geglaubt, ein Jäckchen würde reichen, falls es "auffrischt".

Davon gibt es keine Fotos. Bibbernde Studenten in Handtücher gewickelt sind kein Bild, das wir hier von unserem Aufenthalt vermitteln wollen!

Tag 13 - 24.02.

Heute stand etwas Besonderes auf dem Programm: ein Powhiri (gesprochen Pofiri)

Dabei handelt es sich um einen Willkommensgruß der Maori. Genaugenommen eine Zeremonie, bei der abgewogen wird, ob der Andere Freund oder Feind ist und ob man ihn wilkommen heißen kann. Wenn dem so ist, reicht man sich die Hand und legt die Nasenspitzen aneinander. Das nennt sich "hongi". Bei einem hongi vermischen sich die "hau", die Lebensessenzen.
Um zu zeigen, dass man in Frieden kommt, werden die Frauen und Kinder vorgeschickt (und nicht die Krieger), was ich irgendwie nicht optimal finde. Was ist, wenn die Anderen nicht in Frieden kommen?

Jeder Powhiri beginnt mit einem Frauengesang, waiata. Dann hielt der Chef der Maori eine Rede. Auf Maori. Ich kann also nicht wiedergeben, worum es ging, aber es ist im Wesentlichen eine Schilderung ihrer Familie, ihres Stammes und ihrer Ahnen, damit wir wissen, wer sie sind. Ein anderer Maori antwortete für uns, dass wir internationale Studenten seien, dass wir in Frieden kämen und gern für eine Weile unser Kanu an ihrem Strand festmachen würden, wenn sie es gestatten. Wir Studenten haben ein beim briefing 2 x geübtes Maori Lied gesungen (Text siehe unten) und offenbar war es nicht ganz schief, denn wir durften uns in einer langen Reihe aufstellen und mit etwa 6 Maori den Nasenstubser machen.

Danach gingen wir alle in das whare runanga, das Versammlungshaus. Schuhe aus - ist klar. Uns wurde über die Geschichte und Kultur der Maori erzählt, über die Bedeutung der Ahnen und den Bau des Versammlungshauses. Wie ihr an den Fotos erkennt, waren einige Schnitzer beteiligt. Die Fratzen stehen alle für bestimmte Vorfahren und werden sehr verehrt!

Zur Besiegelung der Freundschaft wird traditionell wie fast überall auf der Welt gemeinsam gegessen. Häppchen aller Art wie kleine Frühlingsrollen, Dipps, Muffins und Obststücke harrten der hungrigen Meute. Typisch maori was das wohl nur halb, aber es war einfach sweet gemacht!

Es war eine großartige Erfahrung! Einen echten haka, den Kriegstanz, haben wir nicht gesehen, aber es war schön, ein bisschen was über die Kultur zu erfahren. Ich möchte sehr gerne ein paar Worte Maori lernen. Die Begrüßungsformel "Kia Ora" können wir. Und Neuseeland heißt Aotearoa. Maori heißt wörtlich "normal" und wir sind die Pakeha, die "Anderen". Das ist doch ausbaufähig!

Den Rest des Tages verbringen wir leider sehr un-maorisch. Da wir unser Visum heute glücklich abholen konnten, wollen nun viele Dinge erledigt werden und wir düsen vom Enrolment office (der Immatrikulationsstelle) zu Vic International (dem Schalter für die internationalen Studenten) zur Law School und zurück. Besonders das Einschreiben an der Uni macht richtig viel Spaß - wir können ein neues Wort: queueing in a queue. Anstehen!








Diese Tätowierung von Lippen und Kinn nennt sich moko:
Von diesem Herrn wurden wir begrüßt, also nicht von der Figur, sondern von der menschlichen Vorlage:








Tag 11 - 22.02.

Bett ersteigert bei Trademe, was das neuseeländische Äquivalent zu Ebay ist.
Für 24110 Dollars. Ogottogott.
Das kam so: Ich bin ja ein Fuchs und will deshalb 241 Dollar und 10 Cents bieten. Ich tippe: 241,10 Nun befinden wir uns aber in einem Land, in dem die Autos auf der falschen Seite fahren, das Rechtssystem auf den ersten Blick auch eher verdreht scheint und in dem man nicht Kommas zwischen Dollar und Cent macht, sondern einen Punkt. Trademe ignoriert also mein deplatziertes Komma. Bums! You won this item for 24,(hier ist nun ein sch*** Komma!)110 Dollars. Naja, schlafen ist ja auch wichtig...

Gut, dass die Kiwis so laid back sind und chilled und no worries haben. Trademe und Sarah, die Bettbesitzerin, nehmens mit Humor und wir dürfen das Bett für das höchste Gebot unter uns haben. 250 Dollar. Das ist wohl ein Puh!-Tag.

Tag 10 - 21.02.

Es ist Karneval!
Das bedeutet hier nicht, dass man sich verkleidet, sondern dass man tagsüber an den Buden isst und Krams kauft und abends einen schönen Straßenumzug anschaut und feiert. Wirklich sweet! (Ich mache euch hier mit dem gängigen Kiwi-Vokabular vertraut. Alles ist "sweet". Ganz wichtig auch "no worries", "fair enough" und "cheers". Wenns mal nicht sweet ist, passt "Stink!")

*** Filme folgen ***

Tag 7 - 19.02.

Moving in! Heute beziehen wir unser neues Heim.
Und weil wir fleißig waren, haben wir sogar schon eine Luftmatratze, Bettwäsche, Inlays und Handtücher.











Maltes Luftbett-Aufblas-Konstrukt - er ist MacGywer!

Tag 6 - 18.02.

Heute Orientation (= Einführungsveranstaltungen) an der Uni. Ersteinmal wird uns nahegelegt, eine in-case-of-emergency-Nummer im Telefon einzuspeichern. Wir sollen auch zum Arzt gehen, wenn wir schlimm husten und bei Prüfungsangst stehen uns gleich mehrere Türen offen. Um ganz sicher zu gehen, dass wir das auch verstehen, bekommen wir mehrere Zettel, Lesezeichen und Flyer mit Hilfsanlaufstellen und Notfallnummern. Außerdem wird es uns mit Hilfe einer schauspielerischen Darbietung verdeutlicht. Um uns bei Laune zu halten, gibts Schoki. Wie alt bin ich nochmal? 7?
Dann folgt eine Veranstaltung, die die Schwierigkeiten eines Studiums aufzeigt und Lösungen bietet. Lerngruppen seien wirklich sehr hilfreich in Motivationsfragen. Wir sollten uns einen Zeitplan machen, um uns nicht zu vertüddeln. Falls wir dabei Hilfe bräuchten, dürften wir sehr gerne beim Student Support heulend vor der Tür zusammenbrechen. Vermutlich sollen wir auch lieber nicht mit spitzen Scheren spielen - ich habe irgendwann aufgehört zuzuhören. (Als die Schoki alle war.)
Ich will mich aber nicht beschweren - alle sind furchtbar nett und reißen sich mehrere Beine für uns aus! Nach der Studier-oder-stirb-Phliosophie der deutschen Unis ist es die helle Freude, persönlich betreut zu werden. (Mittlerweile waren wir auf mehreren Willkommenveranstaltungen, auf denen unsere Dozenten uns näher kennenlernen wollten und Drinks und Nibbles serviert wurden - alles sehr sophisticated! Sweet!)

Überhaupt, ich kann es nicht oft genug wiederholen, wie freundlich die Kiwis sind!

Aber nun zum spannenden Teil: den Fotos.
Heute mal der Brunnen in der Cuba Street, einer der Hauptkneipen- und -einkaufsmeilen. Lustigerweise ist er so konstruiert oder vielleicht auch misskonstruiert, dass das Wasser immer im hohen Bogen rausplatscht und den arglosen Touristen, der sich noch über den nassen Boden wundert, als solchen outet.





Dies ist ein Foto vom Civic Square, einem wunderschönen Platz, an dem die Stadt-/Touristeninfo, die derzeit geschlossene Nationalgallerie und die Stadtbücherei liegen. Viel Kunst und ganz nah am Wasser - wirklich reizvoll! (Da machen wir nochmal mehr Fotos.)